Cannabis-Hermaphroditismus: Frühe Anzeichen und Abhilfe

Zwitterpflanzen sind zwar relativ selten, aber fast jeder Grower wird irgendwann einmal mit ihnen konfrontiert. Wenn du genug Pflanzen anbaust, ist es bei Zwittern nur eine Frage des „Wann“ und nicht des „Ob“. Mit ein paar Tricks kannst du Zwitter zum Glück frühzeitig erkennen und beseitigen, bevor sie größere Probleme verursachen.

Was ist Cannabis-Hermaphroditismus?

Was genau ist Cannabis-Hermaphroditismus oder eine sogenannte Zwitterpflanze? Kurz gesagt handelt es sich dabei um eine Cannabispflanze, die sowohl männliche als auch weibliche Fortpflanzungsorgane entwickelt hat, sprich eine weibliche Pflanze, die auch Pollensäcke hat. Bevor wir darauf eingehen, worauf du bei einem Zwitter achten solltest, lass uns zunächst erst einmal klären, wie normale männliche und weibliche Pflanzen auszusehen haben.

Weibliche Pflanzen

Dichte Blüten, die mit weißen oder orangefarbenen Haaren und glitzernden Trichomen bedeckt sind und aus den Spitzen aller Zweige wachsen – wenn du schon einmal Cannabis gesehen hast, weißt du also schon, wie eine weibliche Cannabispflanze aussieht. Natürlich sieht die Pflanze erst so aus, wenn sie mehrere Wochen (oder Monate) geblüht hat. Die allerersten Anzeichen einer weiblichen Pflanze sind also eher subtil.

Bei photoperiodischen Samen werden die ersten Anzeichen der Blüte etwa 2 Wochen nach der Umstellung der Beleuchtung auf einen 12/12-Zeitplan auftreten. Wenn du Autoflowering-Samen verwendest, sind diese Anzeichen zwar nicht die gleichen, treten aber zu einem bestimmten Zeitpunkt auf, in der Regel 2-4 Wochen nach der Keimung.

Die ersten Anzeichen einer weiblichen Cannabispflanze zeigen sich an den Knotenpunkten, an denen die Äste vom Hauptstamm abzweigen. Hier wirst du feststellen, dass überall auf der Pflanze kleine weiße Härchen auftauchen. Nach ein paar Tagen wirst du kleine Büschel dieser Härchen an den Spitzen der Zweige sehen. In den nächsten Tagen/Wochen werden sich diese Büschel explosionsartig vergrößern und schließlich zu Blüten entwickeln.

Männliche Pflanzen

Männliche Cannabispflanzen sind etwas, das 99% aller Graskonsumenten nie zu Gesicht bekommen werden. Abgesehen von ein paar Nischenanwendungen sind sie bei den meisten Growern unerwünscht; weshalb jedes Unternehmen sogenannte „feminisierte“ Samen verkauft. Dabei handelt es sich um Samen, bei denen alle männlichen Chromosomen entfernt wurden, sodass die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um eine weibliche Sorte handelt, bei fast 100 % liegt.

Wenn du aber nur „normale“ Samen anbaust oder einen Samen, den du zufällig unten in einer Tüte gefunden hast, liegt die Wahrscheinlichkeit bei circa 35 % bis 50 %, dass jeder Samen männlich ist. Handelt es sich bei einer Cannabispflanze um eine männliche Pflanze, wirst du die ersten Anzeichen etwas schneller bemerken als bei einer weiblichen Pflanze – etwa eine Woche, nachdem du die Beleuchtung auf Blüte umgestellt hast.

Die ersten Anzeichen einer männlichen Pflanze erscheinen auch an den inneren Knoten, allerdings handelt es sich in diesem Fall nicht um Härchen. Stattdessen wirst du feststellen, dass sich am unteren Ende der Zweige kleine Kugeln bilden. Dabei handelt es sich um Pollensäcke, die du in deinem Anbauraum auf jeden Fall vermeiden solltest. Cannabis braucht keine Bestäuber wie Bienen, denn es verbreitet seinen Pollen durch die Luft. Wenn eine Pflanze in einem geschlossenen Anbauraum also einen Pollensack zum Platzen bringt, werden alle weiblichen Pflanzen im Raum todsicher bestäubt.

Das Problem? Wenn eine weibliche Cannabispflanze bestäubt wird, fließt die gesamte Energie der Pflanze in die Produktion von Samen statt in Blüten. Zwar produziert deine Pflanze immer noch Blüten, allerdings sind diese dann kleiner, weniger stark und voller Samen.

Diese Säcke platzen in der Regel 4-5 Wochen nach der Blüte, daher ist es wichtig, männliche Pflanzen frühzeitig zu entdecken und zu entfernen.

Wie kann ich zwittrige Pflanzen erkennen?

OK, jetzt wissen wir, wie männliche und weibliche Pflanzen aussehen sollten. Was sind also die Anzeichen eines Zwitters? Nun, es gibt zwei Arten von Zwittern: echte Zwitter und bisexuelle Blüten.

Echte Zwitter

Echte Zwitter haben beide Geschlechtsmerkmale und sind in der Lage, zu bestäuben und bestäubt zu werden. Wenn du siehst, dass deine Cannabispflanze Pollensäcke bildet, ist sie zumindest nicht rein weiblich. Um festzustellen, ob es sich tatsächlich um eine Zwitterpflanze handelt, schneidest du einfach die Pollensäcke ab. Erscheinen Stempel, handelt es sich um eine Zwitterpflanze; findest du keine, ist deine Pflanze männlich.

Wenn du sie in Ruhe lässt, entwickeln diese Pflanzen vollständige männliche und weibliche Teile, was dazu führt, dass Blüten und Pollensäcke an jedem inneren Knoten zusammenwachsen. Obwohl es in dieser Situation wahrscheinlich am besten ist, die ganze Pflanze komplett abzuschneiden, ist das nicht immer eine Option. Technisch gesehen kannst du deine Pflanze schließlich noch retten. Im Abschnitt „Was tun mit Zwitterpflanzen?“ weiter unten findest du weitere Infos.

Bisexuelle Blüten

Echte Zwitter sind allgemein recht selten. Bisexuelle Blüten treten da schon weitaus häufiger auf. Im Gegensatz zu Zwittern handelt es sich dabei um weibliche Pflanzen, die aus dem einen oder anderen Grund sowohl Staubgefäße als auch Stempel ausgeprägt haben. Die Staubblätter sind der Teil der männlichen Blüte, der den Pollen produziert. Bei männlichen Cannabispflanzen befinden sie sich im Pollensack und sind normalerweise nicht sichtbar. Bei weiblichen Cannabispflanzen sind diese Staubgefäße jedoch leicht zu erkennen.

Manchmal beginnt eine weibliche Pflanze, kleine, leuchtend gelbe Staubgefäße zu entwickeln, die aus der Mitte der weiblichen Blüten herausragen. Auf den ersten Blick sehen sie vielleicht wie Stempel aus, aber ihre Farbe verrät sie sofort. Diese „Bananen“ (oder „Nanners“) können als einzelne dicke gelbe Ausstülpung oder als kleine Büschel erscheinen.

Im Gegensatz zu Pollensäcken, die vor dem Platzen erst reifen müssen, können diese Bananen prinzipiell sofort mit der Bestäubung beginnen. Du kannst sie zwar einzeln abpflücken, aber am besten ist es, die gesamten Blüten zu entfernen, da diese weiblichen Pflanzen auch ohne männliche Samen produzieren können.

Wie schnell kann ich Zwitter erkennen?

Sobald du die Blüte deiner Cannabispflanzen einleitest, solltest du die inneren Knoten jeden Tag überprüfen. Wenn sich innerhalb der ersten Woche keine kleinen Kugeln bilden (vor allem, wenn du weiße Stempel siehst), hast du mit ziemlicher Sicherheit eine weibliche Pflanze. Während echte Zwitterpflanzen schon nach wenigen Wochen zu erkennen sind, kann es bei bisexuellen Pflanzen länger dauern.

Normalerweise erscheinen diese zweigeschlechtlichen Blüten erst gegen Ende der Blütezeit und können sogar erst in der Vorernte erscheinen.

Wie wird eine Pflanze zum Zwitter?

Ok, aber warum passiert das überhaupt? Die beiden Hauptursachen dafür, dass eine Pflanze zum Zwitter wird, sind Genetik und Stress.

1. Genetik

Die Genetik ist die Hauptursache für echten Hermaphrodismus bei Cannabispflanzen. Da das Geschlecht einer Pflanze durch ihre Gene bestimmt wird, haben einige Sorten eine Veranlagung zum Hermaphrodismus. Er kann häufiger vorkommen, wenn die Pflanzen auf bestimmte Eigenschaften hin gezüchtet werden. Ähnlich wie bestimmte Hunderassen ein höheres Risiko für bestimmte Krankheiten haben können, können auch bestimmte Cannabissorten ein höheres Risiko für Hermaphrodismus aufweisen.

Bisexuelle Blüten hingegen werden durch eine andere genetische Komponente verursacht. Wenn eine weibliche Pflanze mit Staubgefäßen sich selbst bestäubt, werden diese Samen mit ziemlicher Sicherheit weiblich sein; auf diese Weise entstehen viele feminisierte Samen. Diese Samen erben jedoch die Genetik der Mutter und haben eine viel höhere Chance, Bananen zu entwickeln als eine normale weibliche Pflanze.

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine weibliche Cannabispflanze zweigeschlechtliche Blüten entwickelt, ist ziemlich gering, aber dennoch höher als bei normalen Samen. Wie bereits erwähnt, kann reguläres Saatgut eine bis zu 50-prozentige Chance haben, männlich zu werden. Das heißt, selbst wenn feminisiertes Saatgut eine 10-prozentige Chance hätte, zwittrig zu werden (tatsächlich ist die Wahrscheinlichkeit übrigens viel, viel geringer), ist die Wahrscheinlichkeit, eine untaugliche Pflanze zu bekommen, bei feminisiertem Saatgut trotzdem deutlich geringer.

2. Stress

Stress ist der weitaus wahrscheinlichere Grund dafür, dass deine Pflanze zwittrig wird. Während echter Hermaphroditismus eher genetisch bedingt ist, werden bisexuelle Blüten viel eher durch Stress und andere Umweltfaktoren verursacht.

Alles, von falschen Nährstoffen bis hin zu inkonsistenten Beleuchtungsplänen, kann dazu führen, dass weibliche Pflanzen Bananen entwickeln. Du musst dafür sorgen, dass deine Pflanze in einer gut regulierten, konstanten Umgebung gehalten wird.

Wie du Zwitter-Pflanzen verhinderst

An der genetischen Komponente des Hermaphrodismus kannst du zwar nichts ändern, aber du kannst sehr wohl den Stress deiner Pflanze im Auge behalten und dadurch verhindern, dass sie zum Zwitter wird. Wenn eine Cannabispflanze zweigeschlechtliche Blüten entwickelt, liegt das meistens daran, dass sie während der Blütephase zu viel Stress hatte.

1. Stress verringern

Cannabispflanzen sind widerstandsfähig, aber nicht unbesiegbar. Schädlingsbefall gehört zu den häufigsten Stressfaktoren für Pflanzen und kann, wenn er unbehandelt bleibt, eine ganze Ernte ruinieren. Selbst wenn es dir gelingt, die Schädlinge zu beseitigen, könnte ein dauerhafter Schaden entstanden sein. Wenn eine Pflanze das Gefühl bekommt, dass sie nicht mehr lange zu leben hat, könnte sie sich selbst bestäuben, um ihre Gene weiterzugeben.

Zu aggressives Beschneiden zu spät in der Blütephase kann dazu führen, dass deine Pflanze keine Blüten mehr entwickelt. Hat eine Cannabispflanze erst einmal richtige Blüten entwickelt, solltest du in der Regel die Finger von der Schere lassen. Bestimmte HST-Techniken ignorieren das jedoch und lassen dich teilweise die Blüten mitten in der Blüte trimmen. Das kann zwar positive Ergebnisse erzielen, aber die Risiken für die Pflanze sind es in der Regel nicht wert.

2. Konsistenter Lichtplan

Einer der wichtigsten Einflüsse auf die Entwicklung einer Pflanze ist der Lichtzyklus, dem sie ausgesetzt ist. Photoperiodische Pflanzen blühen nur dann, wenn sie 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit erhalten, und jede Abweichung von diesem Zeitplan kann deine Pflanzen übermäßig belasten.

Inkonsistente Beleuchtungspläne oder -intensitäten sind eine häufige Ursache für bisexuelle Blüten bei Cannabis. Achte darauf, dass du dich an einen festen Zeitplan hältst und nicht von ihm abweichst. Während eine einmalige Änderung während der Sommerzeit in Ordnung ist, ist eine Änderung des Zeitplans um mehr als eine Stunde (oder mehr als einmal) nicht ideal.

Verlass dich auch nicht darauf, dass du dir den Zeitplan merkst und das Licht manuell ein- und ausschaltest. Niemand ist zu 100% beständig und wenn du vergisst, das Licht auch nur für ein paar Stunden ein- oder auszuschalten, kann das für deine Cannabispflanzen erheblichen Stress bedeuten.

Merk dir auch, dass die Lichtstärke hier einen echten Unterschied macht. Wir wissen zwar alle, dass mehr Licht in der Regel besser ist, aber es gibt auch hier eine Grenze. Lichtstress kann bei Pflanzen zu Hermaphrodismus führen, wenn er unkontrolliert bleibt.

Und schließlich brauchen Pflanzen Dunkelheit, um zu blühen. Es ist zwar nicht immer möglich, jegliches eindringende Licht in einen Anbauraum zu verhindern (und zum Glück auch nicht nötig; Wildpflanzen haben ja beispielsweise mit dem Mond zu tun), aber je weniger Licht eindringt, desto besser.

Lichtlecks sind eine der häufigsten Ursachen für zwittrige Cannabispflanzen. Schalte nachts nur dann das Licht ein (oder öffne die Tür), wenn es absolut notwendig ist. Wenn du zu dunkler Tageszeit etwas im Anbauraum erledigen musst, verwende am besten grüne LED-Lampen. Das Chlorophyll in den Blättern kann grünes Licht nicht annähernd so gut absorbieren wie andere Lichtspektren, was für die Pflanze weniger störend ist.

3. Temperaturschwankungen vermeiden

Die Temperatur ist eine weitere Hauptursache für Stress bei vielen Pflanzen. Cannabis gedeiht in einem Temperaturbereich von etwa 20°-30°C, und zu große Abweichungen sind für die Pflanze nicht gesund. Auch größere Temperaturschwankungen innerhalb dieses optimalen Bereichs können eine Pflanze stressen. Wenn du in einem besonders kalten Gebiet anbaust, solltest du am besten einen Heizstrahler automatisieren, der sich bei Ausschalten des Lichts einschaltet, damit die Temperatur konstant bleibt.

4. Nährstoffe bereitstellen

Wenn du minderwertige Nährstoffe oder Erde verwendest, können deinen Pflanzen lebenswichtige Nährstoffe vorenthalten werden, die sie zum Gedeihen brauchen. Ist eine Pflanze gezwungen, ohne ausreichende Nährstoffe zu blühen, kann sie zu dem Schluss kommen, dass ihre Umgebung nicht passt. Daraufhin bestäubt sie sich selbst, in der Hoffnung, dass die nächste Pflanzengeneration eine bessere Chance bekommt.

Was tun mit Zwitterpflanzen?

Wenn du bemerkst, dass deine Pflanze zwittrige Merkmale entwickelt, hast du zwei Möglichkeiten: Wirf sie weg oder versuche, sie zu retten. Wenn du mehrere Cannabispflanzen anbaust und feststellst, dass eine von ihnen Pollensäcke bildet (egal, ob es sich um eine männliche oder eine zwittrige Pflanze handelt), solltest du sie am besten einfach entsorgen. Das Risiko, dass diese Säcke platzen, ist einfach zu hoch und der Schaden wäre zu groß. In einem versiegelten Anbauraum kann eine einzige männliche Pflanze alle weiblichen Pflanzen bestäuben und dadurch eine ganze Ernte ruinieren.

Falls du jedoch nur eine einzige Pflanze hast, ist es dennoch möglich, sie bis zur Ernte zu bringen. Sei dir jedoch darüber im Klaren, dass das eine Menge Sorgfalt, Aufmerksamkeit, Geduld und Hingabe erfordern wird.

Vom ersten Auftreten bis zum Platzen eines Pollensacks hast du zwischen 2 und 5 Wochen Zeit. In dieser Zeit kannst du die Pollensäcke vorsichtig einen nach dem anderen abschneiden. Da sie in der Regel vor den weiblichen Blüten einwachsen, kannst du dir einen Vorsprung verschaffen und der Zeit voraus sein.

Das ist jedoch unglaublich schwierig, denn selbst eine kleine Pflanze kann Hunderte von Pollensäcken produzieren und schon ein einziger kann den Ertrag einer Pflanze massiv beeinträchtigen. Erschwerend kommt hinzu, dass im Laufe der Zeit immer mehr Pollensäcke nachwachsen und sie zunehmend von weiblichen Blüten verdeckt werden.

Diese Technik ist also keineswegs ideal und ich kann sie persönlich nicht empfehlen; ich wollte dich hier nur über alle Möglichkeiten aufklären.

Wenn deine Pflanze zunächst weiblich war und während der Blütezeit zum Zwitter wurde, stehen dir mehrere Möglichkeiten zur Auswahl. Treten diese Bananen in den ersten Wochen der Blüte auf, ist es wahrscheinlich am besten, wenn du die ganze Pflanze wegwirfst. Klar, das fällt dir wahrscheinlich deutlich leichter, wenn du mehr als eine Pflanze anbaust. Willst du jedoch eine einzige Cannabispflanze retten, ist auch das potenziell möglich.

Sobald du die Bananen bemerkst, ist es wichtig, sie sofort zu entfernen. Entferne die Staubgefäße mit der feinsten Schere, die du finden kannst, vorsichtig und so nah wie möglich an der Basis. In der Regel treten diese Bananen nur an einigen wenigen Blüten auf (wobei sie auch an der ganzen Pflanze vorkommen können), daher könnte es auch eine Option sein, einfach die gesamte Blüte zu entfernen und den Rest der Pflanze in Ruhe zu lassen.

Wenn die Staubgefäße erst später in der Blütephase erscheinen, ist es am besten, die betroffene Blüte sofort zu entfernen, um den Rest deiner Pflanze zu erhalten. Falls du leider zu spät dran bist und die Pflanze bereits bestäubt wurde, solltest du idealerweise einfach etwas früher ernten. Normalerweise dauert es 15 Tage, bis sich nach der Bestäubung Samen bilden – vielleicht gewinnst du dieses Rennen mit der Zeit ja noch.

Darf ich Zwitter-Cannabis rauchen?

Ja, es ist technisch gesehen sicher, die Blüten einer hermaphroditischen Cannabispflanze zu konsumieren. Allerdings bedeutet „sicher“ nicht „genießbar“. Wenn die Blüten bestäubt wurden, ist die Blüte voll mit Samen. Diese erschweren die Verarbeitung der Blüten und beeinträchtigen den Geschmack stark, wenn du sie versehentlich mitrauchst.

Auch wenn die Pflanze nicht befruchtet wurde, können die Pollensäcke in der Blüte den Geschmack beeinträchtigen und bei Pollenallergikern zu Problemen führen.

Und schließlich ist das Gras von bestäubten Pflanzen deutlich weniger potent als das von unbestäubten Pflanzen. Selbst wenn du es also schaffst, dein Gras zu ernten, hast du erstens weniger Blüten, die zweitens weniger stark sind und drittens auch noch schlechter schmecken.

Kann ich eine zum Zwitter gewordene Pflanze wieder umkehren?

Leider ist es nicht möglich, eine Zwitter-Cannabispflanze wieder umzukehren – naja, zumindest nicht mehr. Vor einigen Jahren gab es tatsächlich ein ziemlich erfolgreiches Produkt, um den Hermaphrodismus bei Cannabispflanzen rückgängig zu machen. Dieses Produkt enthielt Chemikalien, die als Pflanzenwachstumsregulatoren (PGRs) bekannt sind, und war fast ein Jahrzehnt lang weit verbreitet.

Es hat sich jedoch herausgestellt, dass diese PGRs krebserregend sind und sowohl für den Menschen als auch für die Umwelt verschiedene Probleme verursachen können. Du findest diese Produkte zwar auch heute noch in bestimmten Märkten, allerdings würde ich dir stark von ihnen abraten. Nimm lieber den Verlust hin und fang von vorne an, anstatt mit potenziell gesundheitsschädlichen Chemikalien herumzuexperimentieren.

Halte es entspannt: Weniger Stress sorgt für weniger Zwitter

Der beste Weg, um Zwitter zu verhindern, ist eine gut geregelte, gleichmäßige und stressfreie Umgebung für deine Cannabispflanzen. Wenn du Cannabis jedoch lange genug anbaust, wirst du es früher oder später mit einem Zwitter zu tun bekommen. Die gute Nachricht? Solange du weißt, worauf du achten musst, kannst du dir viele Kopfschmerzen ersparen. Und selbst wenn du eine Pflanze mal entsorgen musst – um den Rest deiner Ernte zu retten, ist es das allemal wert.

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Autor

  • Author_profiles-WSS-Ken

    Kenny Hall

    Aufgewachsen in den Colorado Rockies, bin ich 2017 nach Prag gezogen und habe nie zurückgeblickt. In meinen ärmeren College-Tagen lernte ich alles, was ich brauchte, um meinen eigenen Anbau zu starten. Das ist nun schon seit fast 20 Jahren mein Hobby. Wenn ich nicht gerade schreibe oder mich um meinen Garten kümmere, findest du mich im Park mit einem Bier, einem Joint und Blüte, um den blauen Himmel zu genießen.
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