Seitdem mehr und mehr Orte Cannabis legalisieren, gibt es auch immer mehr Erstkonsumenten. Früher standen uns in Sachen Gras deutlich weniger Sorten zur Auswahl – doch heute? Heute haben wir die Qual der Wahl, die für einen Neuling schnell entmutigend werden kann. Aber keine Sorge, lass mich dich heute einfach durch den gesamten Prozess begleiten!
Worauf sollte ich bei einer Sorte achten?
Bevor wir konkrete Empfehlungen für die beste Sorte für Erstraucher geben, solltest du auf jeden Fall zumindest grundlegend verstehen, wie verschiedene Sorten auf uns Menschen wirken. Gleich vorweg jedoch sollten wir dabei erwähnen, dass jeder Mensch anders auf Gras reagiert und alles in diesem Artikel nur eine sehr grobe Verallgemeinerung ist.
Indica vs. Sativa
Prinzipiell gibt es zwei Hauptarten von Gras: Indica und Sativa. Von diesen Hauptarten findest du zwar ab und an reine 100%ige Indica- oder Sativa-Sorten, allerdings sind die meisten heutigen Sorten auf dem Markt tatsächlich Hybride, die das Beste aus beiden Welten in sich vereinen. Auch wenn einige Sorten eine Ausnahme von der Regel bilden, gilt es bei der Wahl deines Cannabis einige allgemeine Richtlinien zu beachten.

Insgesamt bieten Indicas ein entspanntes, beruhigendes High. Indicas sind jene Sorten, die dich an die Couch fesseln und dich mit Popcorn vollstopfen lassen, während du dir drei Staffeln deiner Lieblingsserie am Stück reinziehst. Wenn du einfach nur zu Hause chillen, einen langen Flug antreten oder in Seelenruhe schlafen willst, sind diese Sorten genau das Richtige für dich. Merk dir einfach: Indica = „In die Couch“.
Auf der anderen Seite sind Sativas perfekt, wenn du auf der Suche nach einem aufmunternden, energiegeladenen oder zerebralen High bist. Diese Sorten sorgen für einen geistigen (oder sogar körperlichen) Stimulationsschub, der dich für eine schöne Wanderung auf die Beine bringt, dich auf eine langweilige, sich wiederholende Aufgabe konzentrieren lässt oder deine kreativen Säfte freisetzt. Wenn du abends unterwegs bist oder unter Apathie leidest, machst du mit einer Sativa nichts verkehrt.
Wie bereits erwähnt, sind die meisten modernen Sorten eine Mischung aus diesen beiden und möchten dadurch bestimmte Eigenschaften in sich vereinen, z. B. die Entspannung einer Indica mit der Konzentration einer Sativa. Wenn du nach einer neuen Sorte suchst, ist das Verhältnis von Indica zu Sativa eines der wichtigsten Dinge, auf das du achten solltest.
THC vs. CBD
THC ist für Weed das, was Alkohol für Bier ist: Es ist der Stoff, der dich high macht. Daher hat Gras mit einer höheren THC-Konzentration eine stärkere Wirkung als Gras mit einem geringeren Gehalt an dieser Substanz. Im Durchschnitt liegt der THC-Gehalt der meisten Sorten um die 20 %-Marke, aber er kann auch bis zu 30 % oder weniger als 1 % betragen.
CBD ist eine weitere Verbindung, die in jeder Sorte in unterschiedlichem Maße enthalten ist. Im Gegensatz zu THC ist CBD jedoch nicht psychoaktiv, was bedeutet, dass es dich nicht high macht. Stattdessen kann CBD Dinge wie Übelkeit, Schmerzen oder Angstzustände lindern. Ganz allgemein lässt sich sagen, dass die meisten „medizinischen“ Sorten mehr CBD als THC enthalten.

Wenn du high werden willst, such dir also eine Sorte mit hohem THC-Gehalt aus. Wenn du etwas gegen deine Beschwerden tun willst, ist eine Sorte mit mehr CBD die bessere Wahl. Konsumierst du jedoch zum ersten Mal Gras, kann eine Sorte mit einem unterdurchschnittlichen THC-Gehalt die klügere Entscheidung sein. Es besteht zwar keine wirkliche Gefahr, „zu high“ zu werden, aber wie bei allem im Leben kannst du es vielleicht übertreiben und deine Erfahrung ruinieren. Fang besser langsam an und denk einfach daran, dass du bei Bedarf immer einen weiteren Zug nehmen kannst.
Autoflowering vs. feminisiert

Wenn du dir Weed-Sorten ansiehst, wirst du Begriffe wie „Automatic“ (auch „auto“ oder „autoflowering“), „feminisiert“ oder vielleicht sogar „regulär“ sehen. All diese Begriffe haben mit der Art und Weise zu tun, wie die Pflanze wächst, und nur wenig mit der Wirkung des Weeds. Beispielsweise haben Northern Lights Feminisiert und Northern Lights Automatic haben im Großen und Ganzen die gleiche Wirkung. Solange du nicht selber anbaust, sind diese Begriffe nicht wirklich wichtig und du kannst sie getrost ignorieren.
Wie soll ich das erste Mal kiffen?
OK, nachdem wir nun besprochen haben, wie du eine Sorte auswählen sollst, lass uns jetzt kurz durchgehen, wie du sie konsumieren solltest. Beim Gras gibt es zwei Möglichkeiten, es in deinen Körper zu bekommen: Inhalieren und Einnehmen. Beide haben ihre Vor- und Nachteile, also lass uns die Unterschiede herausarbeiten.
Rauchen

Rauchen ist zweifelsohne die häufigste Art, high zu werden. Die Wirkung von Cannabis tritt bereits wenige Sekunden nach dem ersten Zug ein und steigert sich langsam, bis sie nach etwa 10-15 Minuten ihren Höhepunkt erreicht. Das High kann noch zwischen 1 und 3 Stunden nach dem letzten Zug anhalten.
Gras zu rauchen ist vielleicht die einfachste Art, es zu konsumieren, denn alles, was du brauchst, sind ein paar Papers oder eine Pfeife. Andererseits ist Rauchen leider unglaublich schlecht für die Gesundheit, besonders wenn du dein Gras mit Tabak mischst. Zum Glück gibt es einige Alternativen, mit denen du die Schäden des Rauchens zwar nicht komplett beseitigen, aber zumindest eingrenzen kannst.
Vaping

Wenn man heutzutage von Vaping spricht, meint man mit ziemlicher Sicherheit E-Zigaretten mit Nikotinflüssigkeit. Beim Cannabis-Konsum hat Vaping allerdings eine andere Bedeutung. Cannabisverdampfer blasen überhitzte Luft über die gemahlenen Blüten, um das THC im Gras zu verdampfen, ohne die Blüten zu verbrennen.
Das Vaping von Gras wirkt in der Regel genauso schnell wie das Rauchen und sorgt für ein noch stärkeres High, da du fast reines THC inhalierst, ohne die anderen organischen Stoffe, die beim Verbrennen der Pflanze entstehen. Obwohl das Vaping von Gras eine weniger gefährliche Methode des Inhalierens ist, ist es (aus rein medizinischer Sicht) dennoch nicht zu 100% sicher. Eine rundum gesundheitsneutrale Rauchmethode gibt es schließlich nicht.
Der Nachteil ist, dass Vaporisatoren teuer und schwer mitzunehmen sind. Es gibt zwar tragbare Optionen, aber die lassen oft zu wünschen übrig und sind überteuert.
Essen

Mit der zunehmenden Legalisierung von Gras in Ländern wie den USA ist der Verzehr von Gras zu einer unglaublich praktikablen Option geworden. Sicher, prinzipiell kannst du Cannabutter jederzeit selber zuhause machen, aber ohne Zugang zu einer großen Menge Gras oder zumindest zu gutem Schnittgut kann das trotzdem kompliziert werden. Glücklicherweise gibt es mittlerweile eine große Auswahl leckerer Produkte auch direkt zu kaufen.
Weed zu essen ist eine ganz andere Erfahrung als es zu rauchen. Es dauert in der Regel zwischen 45 und 60 Minuten, bis die Wirkung einsetzt, aber wenn das Gras dann letzten Endes oben ankommt, wirkt es hart und schnell. Insgesamt hält die Wirkung beim Essen von Gras viel länger an und ist deutlich stärker als beim Rauchen.
Diese Verzögerung zwischen der Einnahme und dem High kann allerdings auch eine Falle sein. Jeder, der schon einmal mit Esswaren herumgespielt hat, kennt mindestens eine Geschichte, in der jemand einen Keks isst, eine halbe Stunde wartet, nichts spürt und dann zwei weitere Kekse reinzieht. Eine Stunde später liegt dieser jemand dann ohnmächtig auf der Couch, nachdem er eine ganze Familienpackung Sourcream-Zwiebel-Chips vernichtet hat.
Wenn du Esswaren ausprobieren willst, lass es langsam angehen und gib ihnen Zeit, bevor du mehr isst. Warte auf jeden Fall mindestens 90 Minuten, bevor du eine weitere Cannabis-Essware futterst.
Was ist das beste Gras für Anfänger?
OK, das ist eine Menge Theorie, aber welche konkreten Sorten sind tatsächlich gut für Anfänger geeignet? Naja, letzten Endes hängt das voll und ganz von dir ab und davon, was du willst. Hier sind ein paar meiner persönlichen Top-Tipps, die Anfängern und erfahrenen Kiffern gleichermaßen gefallen sollten.
#Nr. 1 – Gary Payton XXL

Als echte 50/50-Mischung aus Indica- und Sativa-Genetik ist Gary Payton XXL ein wahres Juwel unter den Sorten. Dieses Gras gibt dir ein starkes zerebrales High und gleichzeitig ein entspannendes Körpergefühl, ohne übermäßig sedierend zu sein. Mit ihrem süßen Beerengeschmack, gemischt mit pikanten Zitrusfrüchten, ist diese Sorte ein absoluter Genuss für Grower und Konsumenten.
#2 – Kush CBD

Als eine der allerersten Sorten, die je gezüchtet wurden, ist Kush heute vielleicht die am weitesten verbreitete Sorte. Als reine Indica ist Kush vor allem für ihre beruhigende Wirkung bekannt, aber Kush CBD verleiht der klassischen Sorte einen modernen Twist. Mit nur wenig THC, aber einem hohen CBD-Gehalt ist diese Sorte die ideale Wahl für alle, die nicht zu high werden wollen.
#3 – WSS Skunk

Wenn es um Cannabisgenetik geht, ist Skunk eine der bekanntesten Linien da draußen, die in Dutzenden (wenn nicht sogar Hunderten) verschiedenen Sorten vorkommt. WSS Skunk ist ein indicadominierter Hybrid, der eine ausgewogene Mischung aus einem tiefen Stoned-Gefühl und einem energiegeladenen High bietet, das dich wach und aufmerksam hält. Kombiniert mit ihrem klassischen Geschmack und Geruch wird WSS Skunk sicher jedem gefallen.
#4 – Durban Poison

Auf der anderen Seite ist Durban Poison eine ziemlich seltene 100% reine Sativa, die für ihre energetisierende und erhebende Wirkung bekannt ist. Diese Sorte gibt dir ein klares, fokussiertes und euphorisches High, das deine Kreativität fördert und dich auf Sonnenstrahlen laufen lässt. Sie ist die ideale Wahl für den Tageskonsum, vor allem für unterwegs.
#5 – Northern Lights

Northern Lights, ein echter Klassiker, ist eine reine Indica-Sorte, die bereits 1985 gezüchtet wurde. Diese Sorte ist aufgrund ihrer robusten Natur und kompakten Größe seit langem ein Favorit unter Growern, aber Konsumenten schätzen auch ihre entspannende, körperliche Wirkung. Wenn du eine Sorte suchst, mit der du den Stress des Tages wegschmelzen und dich am Abend entspannen möchtest, gibt es kaum etwas Besseres als Northern Lights.
Probier’s einfach aus
Am Ende des Tages gibt es für jeden eine passende Sorte. Wenn du es zum ersten Mal kiffen möchtest, überlege dir, auf welche Wirkung du aus bist. Willst du dich entspannen, nimm eine Indica. Willst du den Tag damit verbringen, auf einem Feld zu malen, ist eine Sativa die beste Wahl. Und wenn du dich nicht entscheiden kannst, kannst du mit einer hybriden Sorte versuchen, das Beste aus beiden Welten herauszuholen.




