Stickstofftoxizität bei Cannabispflanzen: Die Symptome von zu viel Stickstoff

Stickstoff ist vielleicht der wichtigste Nährstoff für eine sich entwickelnde Pflanze. Übereifrige Grower stellen jedoch gelegentlich fest, dass sie es mit der Fütterung etwas übertrieben haben, was zu Stickstofftoxizität führt. Da diese unbehandelt tödlich sein kann, solltest du die Anzeichen früh erkennen, bevor deine Pflanze Schaden nimmt.

Die Symptome der Stickstofftoxizität

Das häufigste Symptom einer Stickstofftoxizität bei Cannabispflanzen sind dunkelgrüne und glänzende Blätter. Da Stickstoff einer der Hauptbestandteile von Chlorophyll ist, kann ein Stickstoffüberschuss dazu führen, dass eine Pflanze zu viel Chlorophyll entwickelt, was jedoch der Intuition widerlaufend Probleme verursachen kann. Chlorophyll ist für die Photosynthese zwar unerlässlich, allerdings gibt es Grenzen dafür, wie viel eine Pflanze tatsächlich braucht.

Zu viel Chlorophyll kann dazu führen, dass Cannabispflanzen weniger Sonnenlicht absorbieren, da es andere Verbindungen blockiert, die ebenfalls für eine gesunde Pflanze notwendig sind. Das kann die Pflanze anfälliger für Lichtbrand oder andere Stressfaktoren machen.

Die Blätter einer an Stickstofftoxizität leidenden Cannabispflanze werden nicht nur dunkelgrün, sondern beginnen sich auch an den Spitzen nach unten zu krümmen. Dieses „Klauen“ sind vielleicht das auffälligste Anzeichen für Stickstofftoxizität, können aber auch durch Überwässerung verursacht werden (mehr dazu weiter unten). Beide Symptome beginnen eher am unteren Ende der Pflanze und arbeiten sich dann nach oben vor. Wenn du sie nicht kontrollierst, werden diese Blätter langsam braun und verbrennen, sodass sie völlig unbrauchbar werden.

Während der Blütephase von Cannabispflanzen führt Stickstofftoxizität dazu, dass sie kleine, leichte und luftige Blüten entwickeln, die keine wirkliche Dichte aufweisen. Du solltest wissen, dass die Blätter während der Blüte (vor allem in den späteren Stadien) auf natürliche Weise anfangen, braun zu werden und abzusterben, besonders in den unteren Abschnitten der Pflanze. Das kann zwar wie ein Stickstoffproblem aussehen (sowohl Stickstoffmangel als auch -toxizität können dafür verantwortlich sein), ist aber ein natürlicher Teil der Pflanzenentwicklung. Pass deine Fütterung also nicht gleich an, nur weil du dieses Symptom beobachtest.

Verwechsle Stickstofftoxizität von Cannabis nicht mit anderen Problemen

1. Stickstofftoxizität vs. Überwässerung

Wie bereits erwähnt, können die Symptome der Stickstofftoxizität (dunkelgrüne Blätter, die sich nach unten krallen) auch durch Überwässerung verursacht werden. Zu wissen, welches Problem du behandelst, ist an dieser Stelle entscheidend, da du nur so deiner Pflanze richtig helfen und sie letzten Endes retten kannst.

Stickstofftoxizität führt zu sehr dunklen, glänzenden Blättern, die sich an den Spitzen nach unten biegen. Darüber hinaus wirst du wahrscheinlich ein stark verkümmertes Wachstum und – in extremen Fällen – Blattverbrennungen feststellen. Überwässerung hingegen führt dazu, dass die Blätter nur geringfügig dunkler sind (wenn überhaupt), sich weniger stark einrollen und stark welken und vergilben.

Woran erkennst du den Unterschied zwischen Stickstofftoxizität und Überwässerung?

Die naheliegendste Lösung ist, einfach den Boden zu überprüfen: Ist er nass oder schlammig? Dann hast du ein Problem. In unserem vollständigen Leitfaden zum Thema Überwässerung erfährst du, wie du dieses potenziell katastrophale Problem verhindern und behandeln kannst.

2. Stickstofftoxizität vs. Lichtbrand

Übermäßige Bewässerung ist nicht das einzige Problem, das mit Stickstofftoxizität verwechselt werden kann. Wie bereits erwähnt, kann ein Übermaß an Stickstoff dazu führen, dass eine Cannabispflanze weniger Licht absorbiert, was wiederum zu Lichtbrand führen kann. Wenn du braune, krosse Blätter oder gebleichte Blüten an der Spitze deiner Cannabispflanze siehst, hast du es möglicherweise mit Lichtbrand zu tun.

Dein erster Instinkt mag dann sein, das Licht anzuheben (das würde helfen), aber wenn du die Ursache nicht behandelst, wirst du wahrscheinlich trotzdem keine große Veränderung sehen. Ist Lichtbrand das einzige Problem sind, mit dem du zu kämpfen hast, werden die unteren Teile deiner Pflanze nicht betroffen sein. Du wirst keine „Klauen“ sehen und die unteren Blätter bleiben leuchtend grün.

3. Stickstofftoxizität vs. andere Nährstoffungleichgewichte

Schließlich kann Stickstofftoxizität mit einer Handvoll anderer Nährstoffungleichgewichte verwechselt werden. Eisen-, Schwefel- und Kaliummangel können alle zu vergilbten Blättern führen, wenn auch auf leicht unterschiedliche Weise:

  • Stickstofftoxizität äußert sich in der Regel durch eine Gelbfärbung des gesamten Blattes, die unten an der Cannabispflanze beginnt und langsam nach oben steigt.
  • Eisenmangel zeigt sich in der Regel als Gelbfärbung in den Bereichen zwischen den Blattadern, während die Adern grün bleiben. Dies wird als interveinale Chlorose bezeichnet und ist ein Symptom für eine Reihe von Mikronährstoffmängeln.
  • Schwefelmangel führt zur Vergilbung der unteren Blätter.
  • Kaliummangel führt in der Regel zu einer Gelbfärbung der äußeren Bereiche der Blätter an der Unterseite der Pflanze.

4. Stickstofftoxizität vs. Stickstoffmangel

Natürlich ist nicht nur zu viel Stickstoff schädlich für deine Pflanze, auch zu wenig Stickstoff kann zu einem ernsthaften Problem werden. Es ist zwar unwahrscheinlich, dass du die Symptome von Stickstoffmangel mit denen von Stickstofftoxizität verwechselst, allerdings ist es trotzdem wichtig, ein Auge auf sie behalten, solltest du die Stickstoffzufuhr deiner Cannabispflanze reduzieren.

Was verursacht Stickstofftoxizität bei Cannabispflanzen?

Die naheliegendste Antwort ist „zu viel Stickstoff“, doch wie immer steckt ein bisschen mehr dahinter. Im Großen und Ganzen gibt es zwei Hauptgründe, warum eine Pflanze unter Stickstofftoxizität leiden kann: Überfütterung oder zu viel Stickstoff im Boden.

Überfütterung

Überfütterung kann passieren, wenn übereifrige Grower stickstoffreiche Düngemittel in größeren Mengen als nötig ausbringen. Halte dich immer an die Richtlinien auf der Verpackung deiner Nährstoffmischungen! Die Hersteller wissen, was sie tun. Mehr Nährstoffe im Boden sind nicht gleichbedeutend mit mehr Cannabis.

Mit Stickstoff überlastete Böden

Andererseits kann der Boden mit Stickstoff überladen werden, wenn organisches Material zersetzt wird oder stickstoffhaltige Düngemittel übermäßig eingesetzt werden. Das kann zu einem Ungleichgewicht führen, bei dem die Pflanzen den zugeführten Stickstoff nicht verwerten können und er sich anreichert. Wenn du das vermeiden willst, kannst du zu Hause ganz einfach deine eigene Erde herstellen.

Wie du Stickstofftoxizität bei Cannabis behebst

Unabhängig von der Ursache ist die Lösung dieselbe, sobald du festgestellt hast, dass Stickstofftoxizität das Problem ist:

  1. Hör auf, deine Cannabispflanze zu düngen

Es klingt offensichtlich, aber wenn deine Pflanze zu viel Stickstoff abbekommen hat, ist es keine gute Idee, ihr noch mehr zu geben. Hör sofort auf, sie zu füttern.

  1. Spüle deinen Boden

Gib deiner Pflanze einfaches, pH-ausgeglichenes Wasser, bis du anfängst, Drainage zu sehen. Lass den Boden austrocknen und wiederhole dies 2-4 Mal. Das kann mehrere Tage dauern, also überstürze es nicht.

  1. Überprüfe deine Bewässerungspraktiken

Während du deine Cannabispflanzen spülst, solltest du die Drainage deiner Töpfe überwachen. Fließt nicht ausreichend Wasser ab, sammeln sich überschüssiges Wasser und Nährstoffe in der Erde an. Je nachdem, wie du deine Pflanzen aufstellst, musst du vielleicht mehr Drainagelöcher anbringen (wenn du einen Plastiktopf verwendest) oder einfach weniger häufig gießen. Es lohnt sich auch, die Luftfeuchtigkeit zu überprüfen. Wenn sie über 65 % liegt (während der Vegetation oder über 60 % während der Blüte), könntest du deine Drainageprobleme eventuell durch eine Senkung der Luftfeuchtigkeit beheben.

  1. Beschneide betroffene Blätter

Vergilbt ein Cannabisblatt aufgrund der Stickstofftoxizität erst einmal, wird es nicht mehr besser werden. Entferne umgehend alle beschädigten Blätter (es sollten auf jeden Fall die unteren, älteren Blätter sein, um die Verluste zu begrenzen).

  1. Pass den pH-Wert an

Ein unausgewogener pH-Wert kann zu einer Vielzahl von Nährstoffmängeln oder Vergiftungen führen. Ohne zu sehr in die Wissenschaft einzusteigen, können Cannabispflanzen nur dann Nährstoffe aufnehmen, wenn der pH-Wert ihres Mediums in einem engen Bereich liegt: 6,0-7,0 für Erde und 5,5-6,5 für Wasser. Wird dieser Wert über- oder unterschritten, führt das mit ziemlicher Sicherheit zu Nährstoffproblemen.

  1. Überwache neues Wachstum

Behalte im Auge, was deine Pflanze in den nächsten Tagen macht. Wenn alles gut läuft, wirst du ein gesundes neues Wachstum sehen und das ältere Wachstum sollte innerhalb von 5-7 Tagen wieder sein ursprüngliches Aussehen annehmen.

Sollte ich eine Pflanze mit Stickstofftoxizität umpflanzen?

Es mag zwar verlockend sein, die Pflanzen einfach in saubere Erde umzupflanzen, aber das ist keine gute Idee. Stickstofftoxizität ist für eine Pflanze unglaublich anstrengend – Umpflanzen allerdings auch. Eine bereits gestresste Cannabispflanze umzupflanzen, schadet demnach wahrscheinlich mehr, als es nützt. Wenn du deine Pflanze unbedingt umpflanzen musst (z. B. weil sie zu groß für ihren Topf ist und sowieso umgepflanzt werden sollte), dann warte mindestens eine Woche, nachdem du alle Nährstoffprobleme gelöst hast.

Vorbeugung gegen Stickstofftoxizität

Natürlich ist es immer einfacher, ein Problem zu vermeiden, als es zu beheben. Zum Glück ist es super simpel, Stickstofftoxizität gar nicht erst auftreten zu lassen:

  • Verwende Langzeitdünger

Organischer Dünger setzt die Nährstoffe langsamer frei, sodass die Pflanzen nicht so schnell von einer plötzlichen Zufuhr überwältigt werden.

  • Reduziere die Fütterung am Ende der Vegetationsphase

Da Cannabispflanzen während der Blütezeit viel weniger Stickstoff benötigen, kann eine geringere Zufuhr in den letzten ein bis zwei Wochen der Vegetation helfen, Probleme zu vermeiden.

  • Spüle deine Pflanzen vor der Blüte

Da dein Boden wahrscheinlich voller Stickstoff ist (zumindest sollte er das sein), ist es nie eine schlechte Idee, ein oder zwei Tage lang zu spülen, bevor du auf Blütendünger umstellst.

Halte Stickstofftoxizität in Schach

Stickstofftoxizität ist der Inbegriff von „zu viel des Guten“ und wird oft aus reinem Übereifer geboren. Wenn du die Dinge etwas langsamer angehst und die Angaben auf deinem Dünger befolgst, lässt sich dieses häufige Problem durchaus vermeiden. Und selbst wenn du einmal damit konfrontiert wirst, gibt es schnelle und einfache Lösungen.

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    Kenny Hall

    Aufgewachsen in den Colorado Rockies, bin ich 2017 nach Prag gezogen und habe nie zurückgeblickt. In meinen ärmeren College-Tagen lernte ich alles, was ich brauchte, um meinen eigenen Anbau zu starten. Das ist nun schon seit fast 20 Jahren mein Hobby. Wenn ich nicht gerade schreibe oder mich um meinen Garten kümmere, findest du mich im Park mit einem Bier, einem Joint und Blüte, um den blauen Himmel zu genießen.
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