Cannabis, Hanf, Ganja, Weed, Marihuana – Woher hat Cannabis all diese Namen?

Cannabis, Hanf, Ganja, Weed, Marihuana - Woher hat Cannabis all diese Namen?

Egal von welchem Teil der Erde du kommst – du hast einen Namen dafür. Diese Pflanze – Cannabis, Hanf, Ganja, Weed, Marihuana – ist eine Medizin mit verschiedenen Namen. Du wirst vielleicht sogar von der Geschichte der Namen, die du benutzt, um Marihuana zu betiteln, überrascht sein. Dieser Artikel erkundet nicht nur die verschiedenen Namen dieser Pflanze, sondern erklärt auch dessen Ursprung.

Cannabis, Ganja, Gras, Marihuana – die sagenumwobene Pflanze hat in ihrer langen Geschichte eine Vielzahl von Namen erhalten. Doch woher stammen all diese Namen? Die Menschen nutzen Cannabis seit Jahrtausenden, und während unsere Beziehung zu der Pflanze immer enger wurde, entstand ein Strauß an Namen, ein lexikalischer Überfluss, der unsere Liebe zum Hanf unterstreicht.

Schaut man sich die Geschichte der Namen für Marihuana an, bekommt man auch einen tieferen Einblick in die globale Kulturgeschichte der Pflanze. In einigen Gegenden der Welt hieß sie zumeist Cannabis, eine wissenschaftliche Bezeichnung, wohingegen in anderen Gegenden Namen gewählt wurden, die in den Bereich des Spirituellen fallen.

Cannabis

Cannabis ist der geläufigste wissenschaftliche Name für Marihuana. Es ist auch zweifellos der erste Name, der der Pflanze gegeben wurde, so erscheint er bereits in griechischen Texten als κάνναβις oder Kannabis. Der Name stammt vermutlich vom lateinischen Wort Cannabis ab, aber er wurde zuerst in altgriechischen Texten von Herodot gefunden. Obwohl das Wort Cannabis der wissenschaftliche Name für die Pflanze geworden ist, steht die erste Erwähnung der Pflanze im Zusammenhang mit ihrer berauschenden Wirkung.

In den Historien des Herodot von 440 v. Chr. wird Cannabis als Mittel erwähnt, das in Dampfbädern zur Entspannung und zum Erleben von Euphorie eingesetzt wurde. Es wurde im Wesentlichen zur Entspannung und weniger aufgrund seiner pharmazeutischen Wirkungen genutzt. Doch gibt es auch Erwähnungen der medizinischen Nutzung der Pflanze bei Dampfbädern.

Das Wort Cannabis fand seinen Weg zurück in die westliche Kultur erst zur Mitte des 16. Jahrhunderts, als es zum ersten Mal im Oxford Dictionary aufgenommen wurde. Im Wörterbuch wird Cannabis für die Teile der Pflanze genutzt, die man „rauchen, kauen oder trinken kann, um berauschende oder halluzinogene Wirkungen zu erzielen.“ Danach breitete sich der Name für die wissenschaftliche Beschreibung immer weiter aus.

Marihuana – der Name im Westen

Marihuana – der Name im Westen

Die beliebteste Pflanze des Menschen wurde im Amerika des 19. Jahrhunderts zumeist Cannabis genannt. Er wurde in Zeitschriften verwendet, um die Medizin zu bezeichnen, die für zahlreiche Beschwerden zur Anwendung kam. Der Name Marihuana spielte bis zur Mexikanischen Revolution im frühen 20. Jahrhundert keine Rolle und war ursprünglich ein spanisches Wort für eine Kräutermischung.

Marihuana war also eigentlich nicht der Name für Cannabis, sondern für eine Kräutermischung, die in Mexiko für gänzlich andere Anwendungen diente. Die ursprünglich als Marihuana bezeichnete Kräutermischung wurde gekaut und enthielt keinerlei Bestandteile der Cannabispflanze. Doch während der mexikanischen Revolution flüchteten viele Menschen über die Grenze in die USA und führten dabei eine Menge Gras mit sich. Um die ansteigende Einfuhr von Cannabis unter Kontrolle zu bekommen, begannen die Vereinigten Staaten eine gut hundertjährige Prohibition gegen Cannabis. Im allgemeinen Durcheinander machte man den Fehler, Cannabis als Marihuana zu bezeichnen, ein Fehler, der lange unbemerkt blieb.

Seitdem wird dieser Name im Westen vorwiegend für Cannabis genutzt und hat sich auch in Europa ausgebreitet. Inzwischen ist Marihuana ein global bekannter Name für Cannabis, so dass die meisten Menschen wissen, was gemeint ist.

Ganja – Stammt nicht von den Rastafari!

Es gibt den weitverbreiteten Irrtum, dass der Name Ganja aus der Kultur der Rastafari stammt. Das Wort Ganja ist indischen Ursprungs, der Name ähnelt jenem des heiligen Flusses Ganges. Ganja ist Sanskrit für Cannabis Sativa, eine heilige Pflanze, die an den Ufern des Ganges wächst. Man nimmt an, dass das üppige Cannabis Sativa, das am Flussufer wächst, daher den Namen Ganja bekam.

Der Name Ganja bezieht sich eigentlich auf die spezifisch indische, sehr kräftige Zubereitung der Pflanze. Sie wurde zu medizinischen und spirituellen Zwecken genutzt. Häufig wurde sie in Bhang, einer trinkbaren Version des Ganja, konsumiert. Hierbei wird eine Kräutermischung erstellt, die dann als Tee getrunken wird.

Pot – weshalb wird Marihuana nach etwas benannt, worin man kocht?

Die Bezeichnung „Pot“ gehört zu den mysteriösen Geheimnissen in der Geschichte der Pflanze, da es nach einem Küchenutensil benannt ist und erst in den 1930ern in den USA Verwendung fand. Der Name stammt vom spanischen Wort potiguaya ab. Potiguaya ist eine Zusammenführung der Wendung potación de guaya. Diese Zubereitung von Marihuana erfordert das Einlegen der Marihuana-Blüten in Wein oder Brandy. Potación de guaya bedeutet wörtlich übersetzt „Trank der Trauer“ und wurde dafür eingesetzt, Menschen von ihrer Trauer zu befreien.

Pot kam in den 30ern des 20. Jahrhunderts in die USA und entwickelte sich rasch zu einem Slangausdruck für Marihuana. Man nimmt an, dass das Wort Gras (Weed) fast als Antwort darauf in den 70ern und 80ern Verbreitung fand, um sich von der Verwendung der Vorgängergeneration abzusetzen. Es ist jedoch durchaus sinnvoll, die Pflanze Gras zu nennen, da sie de facto überall wachsen kann und eine Vielzahl von Umweltbedingungen aushält.

Eine Fülle von Möglichkeiten, die Liebe zur Pflanze in Worte zu kleiden

Eine Fülle von Möglichkeiten, die Liebe zur Pflanze in Worte zu kleiden

All die unterschiedlichen Namen, die sich für die Pflanze weltweit gefunden haben, haben dazu geführt, dass man inzwischen alle synonym benutzen kann. Jeder weiß, was gemeint ist. Es scheint ein bisschen so, als würden die Menschen es mögen, die geliebte Pflanze mit einer Vielzahl von Namen zu ehren, eine Pflanze mit allerlei Kosenamen, um die Zuneigung der Menschen zum Ausdruck zu bringen. Es macht Spaß, Marihuana mit so vielen unterschiedlichen Namen zu versehen und ermöglicht in unterschiedlichen Kontexten, einen passenden Begriff zu finden.

Eine Pflanze mit so vielen Anwendungen – von der landwirtschaftlichen, industriellen bis hin zur spirituellen und medizinischen Nutzung – verdient einen Namen für jede Gelegenheit. So bieten die zahlreichen Namen den Menschen die Möglichkeit, mit der Pflanze auf unterschiedliche Weisen in Kontakt zu treten und sie in die vielen Facetten der menschlichen Kultur zu integrieren.

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    Emma Ryte

    Ich bin in Deutschland geboren, habe während meiner Kindheit in England gelebt und meine High-School-Jahre in den USA verbracht. Meine Eltern sind mehr oder weniger Hippies, und deshalb hatte ich die Möglichkeit, mich frei zu entscheiden und meiner Leidenschaft für die Cannabispflanze nachzugehen. Meine Liebe zum Schreiben folgte bald danach. Durch das Schreiben über das Thema Cannabis habe ich viel über die Nutzung, den Anbau, die gesundheitlichen Vorteile und die industrielle Nutzung der Pflanze gelernt und teile dieses Wissen gerne! Ich besuche Amsterdam so oft wie möglich und schätze die Atmosphäre dort sehr, vor allem wenn es um Cannabis geht. Das motiviert mich dann, neue Dinge auszuprobieren, und ich erfahre auch viel über die Entwicklungen in der Branche. Könnte ich mir eine Person wünschen, mit der ich etwas rauchen möchte, wäre das Stevie Wonder. Ich liebe es, zu seiner Musik zu entspannen und high zu sein, und ich würde ihn gern einmal treffen!
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