Cannabispflanzen können unzählige unwillkommene Gäste beherbergen, die eine ganze Ernte in wenigen Tagen vernichten können. Es ist also einerseits wichtig zu wissen, woran du diese Biester erkennst, und andererseits wie du sie wieder loswirst. In diesem Artikel erfährst du, was die Anzeichen von Ungeziefer auf deinem Gras sind und wie du es bekämpfen kannst.
Cannabis ist eine robuste Pflanze. Ihre Widerstandsfähigkeit und Langlebigkeit haben sie seit Tausenden von Jahren zu einer beliebten Nutzpflanze gemacht und wie wir alle wissen, halten diese Pflanzen eine Menge aus. Kein Wunder also, dass sie bei unseren englischen Kollegen auch als „Weed“ bekannt ist – Unkraut vergeht schließlich nicht.
Ungeziefer ist jedoch eine dieser Bedrohungen, die in kürzester Zeit den größten Schaden anrichten können. Es gibt viele Ungeziefer, die gerne auf Cannabispflanzen leben und die eine ganze Ernte innerhalb weniger Tage vernichten können, wenn du nicht aufpasst.
Was sind die Anzeichen für Ungeziefer auf Gras?

Die Anzeichen für einen Befall variieren je nach Art des Insekts, das deine Pflanze bevölkert. Hier sind einige der häufigsten Biester, auf die du treffen könntest, worauf du achten musst und wie du sie stoppen kannst.
Spinnmilben
Das sind wahrscheinlich die häufigsten Übeltäter, mit denen viele Grower konfrontiert werden – tatsächlich wird wohl fast jeder Growerirgendwann in seiner Karriere mit ihnen zu tun bekommen. Aber nur weil sie häufig vorkommen, heißt das nicht, dass du sie ignorieren darfst. Spinnmilben können deinen Anbau völlig zerstören, wenn du sie nicht bekämpfst.
Wie du Spinnmilben erkennst

Spinnmilben können unglaublich schwer zu entdecken sein, da sie nur etwa 0,4 mm lang sind und bevorzugt auf der Unterseite der Blätter leben. Wenn du dich um deine Pflanzen kümmerst, solltest du einen Blick auf die Unterseite der Blätter werfen, um sicherzugehen, dass dort nichts herumkrabbelt. Auch eine Lupe würde sich hier anbieten.
Die Oberseiten von Blättern mit Spinnmilbenbefall weisen mehrere kleine weiße Flecken auf, die über das Blatt verteilt sind. Die Milben stechen die Unterseite ein und entziehen dem Blatt die Säfte, was zu kleinen toten Stellen führt.
Spinnmilben heißen so, weil sie kleine Netze spinnen. Wenn du also etwas auf deinen Blättern siehst, das wie Spinnweben aussieht, handelt es sich wahrscheinlich um diese kleinen Biester. Sei dir jedoch darüber im Klaren, dass es dann auch wahrscheinlich schon relativ weit mit dem Befall ist – du musst also sofort handeln.
Wie du Spinnmilben loswirst
Spinnmilben fühlen sich in einer heißen, trockenen Umgebung am wohlsten. Wenn du Anzeichen für einen Befall bemerkst, solltest du die Temperatur auf unter 26 °C senken und die Luftfeuchtigkeit auf über 50 % (idealerweise aber unter 65 %) erhöhen.
Es gibt verschiedene kommerzielle Milbenbekämpfungsmittel, aber die meisten sind unglaublich giftig und sollten niemals bei Cannabis verwendet werden.
Dir stehen jedoch zum Glück einige schonendere Lösungen gegen Spinnmilben zur Auswahl, je nachdem, in welchem Wachstumsstadium sich deine Pflanze befindet.
- Vegetationsphase
Ein Mittel namens Pyrethrum wird aus Chrysanthemenblüten gewonnen und wirkt als natürliches Insektizid, das Milben sehr effektiv abtötet. Um es zu verwenden, sprühe einfach 5-10 Tage lang dreimal täglich eine Lösung auf deine Pflanze, um Spinnmilben deutlich zu reduzieren oder sogar komplett zu beseitigen.
Hinweis: Trage während des Sprühvorgangs eine Atemschutzmaske, da das Spray nicht unbedingt gut für die Atemwege ist. Das Produkt baut sich danach jedoch schnell ab, weshalb du es sicher auf deinem Gras anwenden kannst.
- Blütephase
Bei blühenden Pflanzen kannst du die Spinnmilben am besten mit insektizider Seife, Gartenbauöl oder Neemöl bekämpfen. Auch wenn diese Mittel bei blühenden Pflanzen sicher und im Allgemeinen wirksam sind, empfehlen wir, sie nicht in den letzten drei Wochen des Lebenszyklus deiner Pflanze zu verwenden. So stellst du sicher, dass sich der Geschmack des Endprodukts nicht negativ verändert.
Vermeide es so gut es geht, diese Produkte auf den Blüten selbst anzuwenden.
Blattläuse
Blattläuse sind kleine Insekten mit weichem Körperbau, die je nach Alter und Region weiß, grün, gelb, schwarz, braun oder rot sein können. Blattläuse kommen auf der ganzen Welt vor und können Pflanzen aller Art befallen.
Wie du Blattläuse erkennst
Das Aussehen von Blattläusen ändert sich je nach Lebensstadium. Junge Blattläuse (sogenannte Nymphen) sind in der Regel weiß, klein und dünn. Ausgewachsene Läuse sind größer und runder. Blattläuse sind in der Regel groß genug, um sie mit bloßem Auge zu erkennen, und bei einer sorgfältigen Untersuchung deiner Pflanzen sollten sie dir sofort auffallen.
Außerdem scheiden Blattläuse eine Substanz aus, die als Honigtau bekannt ist und auf die unteren Blätter tropft. Diese süße, klebrige Flüssigkeit verursacht das Wachstum von Rußtau, der als schwarze Flecken auf den Blattoberseiten erscheint. Wenn Rußtau auf Blüten wächst, kann er die Blüte ungenießbar machen.
Wie du Blattläuse loswirst

Erstens: Vermeide den Einsatz vieler Pestizide, die für den Einsatz an Schattenbäumen oder Zierpflanzen zugelassen sind, auch wenn sie speziell zur Bekämpfung von Blattläusen eingesetzt werden. Dazu gehören Malathion, Dursban (Chlorpyrifos) und Orthen (Acephat). Diese Mittel sind bei der Anwendung auf Cannabis nicht sicher.
Erwäge stattdessen (ähnlich wie bei einem Milbenbefall) insektizide Seife, Gartenbauöl oder Neemöl. Eine andere Möglichkeit wäre, deine Pflanze nach draußen zu bringen (wenn möglich) und sie einfach mit Wasser abzuspritzen, um so viele Läuse wie möglich zu entfernen.
Im schlimmsten Fall musst du die Pflanze jedoch ganz opfern, um eine Ausbreitung der Blattläuse auf andere Pflanzen zu verhindern. In der Regel sind deine anderen Pflanzen dann jedoch wahrscheinlich schon befallen…
Trauermücken

Trauermücken sind ein echtes Risiko für jeden, der in Erde anbaut, da sie ihre Eier in feuchter Erde ablegen und oft auftauchen, wenn der Mutterboden zwischen den Wassergaben zu lange feucht bleibt.
Wie du Trauermücken erkennst
Das erste Anzeichen für Probleme sind in der Regel kleine schwarze Mücken, die um deine Pflanzen herumfliegen und auf deinem Boden herumkrabbeln. Auch wenn deine Pflanze keine Anzeichen von Unwohlsein zeigt, hast du dann höchstwahrscheinlich schon ein Problem mit deinem Boden. Du solltest auch winzige weiße oder durchsichtige Larven mit schwarzen Köpfen entdecken, die in der Erde verteilt sind.
Diese Larven sind die eigentliche Gefahr für deine Pflanzen, da sie die Wurzeln beschädigen und der Pflanze wichtige Nährstoffe entziehen können.
Wie du Trauermücken loswirst
Trauermücken ernähren sich von Pilzen, die normalerweise in stehendem, feuchtem Mutterboden wachsen. Wenn du die obersten paar Zentimeter deines Bodens zwischen den Wassergaben vollständig austrocknen lässt, verschwinden Trauermücken normalerweise von selbst. In extremen Fällen kann es jedoch Wochen dauern, bis du sie durch gute Bewässerungspraktiken wieder losbekommst.
Ein guter Tipp für jeden Grower ist es, etwas Kieselgur in die Erde zu mischen. Dieses Zeug ist für Menschen und Tiere harmlos, tötet aber alles ab, was auf und durch den Boden krabbelt. Eine andere Möglichkeit ist das natürlich vorkommende Bodenbakterium Bacillus thuringiensis, das Trauermückenlarven abtötet und überall erhältlich ist.
Thripse
Thripse sind kleine saugende Insekten, die etwa so groß sind wie eine Stecknadel. Sie sind ein wichtiger Überträger von Pflanzenkrankheiten und können deinen Pflanzen einigen Schaden zufügen.
Wie du Thripse erkennst

Thripse können von gelb bis schwarz gefärbt sein und haben kleine gefranste Flügel. Sie sind extrem klein und mit bloßem Auge nur schwer zu erkennen. Wenn du sie siehst, erscheinen sie oft als kleine dunkle Splitter auf deinen Blättern und sehen ein bisschen wie kleine Hummer aus.
Der durch Thripse verursachte Schaden sieht dem durch Spinnmilben verursachten Schaden sehr ähnlich: kleine weiße Flecken auf den Blättern, aber keine Gespinste. Der Schaden wird oft als nasse Spucke oder als Schleimspur einer Schnecke beschrieben.
Wie du Thripse loswirst
Wenn du um deine Pflanzen herumfliegende Käfer siehst, kann ein einfaches Fliegenfänger Wunder bewirken, um den Schaden zu begrenzen, aber wahrscheinlich sind noch weitere Maßnahmen erforderlich. Wenn deine Pflanze im Freien steht, kann ein kräftiges Schütteln viele dieser Viecher entfernen, aber auch das wird wahrscheinlich nicht ausreichen.
Behandle einen Thripse-Befall genauso wie einen Befall mit Spinnmilben oder Blattläusen und besprühe deine Pflanze mindestens 3 Wochen vor der Blüte mit insektizider Seife oder Neemöl.
Tipps zur Vorbeugung von Schädlingsbefall

Wie man so schön sagt: Vorbeugen ist besser als heilen. Deine Pflanzen gesund und frei von Ungeziefer zu halten, erfordert zwar ein bisschen Arbeit, erspart dir aber auf lange Sicht jede Menge Kopfschmerzen. Wenn du deine Pflanzen vor Ungeziefer schützen willst, haben wir hier ein paar Tipps, die du beachten solltest. Was für dich am besten geeignet ist, hängt jedoch von deiner Umgebung und deinen Umständen ab.
- Versuche es mit Begleitpflanzen
Viele andere Pflanzen können Wunder bewirken, indem sie verhindern, dass Ungeziefer dein Gras angreift. Wenn du andere Pflanzen neben deinem Gras anpflanzt, nennt man das „Begleitpflanzen“. Diese Pflanzen sind ganz dem Namen nach die Begleiter deiner Cannabispflanzen und bilden zusammen mit ihr ein tolles Team! Wenn du Dill und Fenchel anpflanzt, könnten Marienkäfer kommen, die sich von Blattläusen ernähren. Spinnmilben mögen keinen Rosmarin und keine Minze. Die Möglichkeiten sind endlos!
- Pass jederzeit auf
Kontrolliere deine Pflanzen regelmäßig. Untersuche die Ober- und Unterseiten der Blätter, schau dir die Blüten an und überprüfe den Mutterboden. Je eher du etwas bemerkst, desto eher kannst du es beheben. Denke auch daran, dass da sicher noch mehr Biester sein werden, sobald du eins gefunden hast.
- Halte es sauber
Halte deinen Anbauraum frei von Lebensmitteln, Müll und organischen Stoffen, denn das alles ist ein gefundenes Fressen für Ungeziefer. Viele Grower haben separate Arbeitskleidung, die sie anziehen, wenn sie in den Garten gehen, um zu vermeiden, dass sie noch mehr Ungeziefer einschleppen. Das hört sich erstmal nach unnötig viel Aufwand an, aber glaub uns – eine ganze Ernte zu verlieren, schmerzt noch mehr.
- Klebrige Fallen
Blaues und gelbes Fliegenpapier hält Ungeziefer von deinen Pflanzen fern und macht dich auf Neuankömmlinge aufmerksam. Wenn das Papier sauber ist, ist das ein gutes Zeichen dafür, dass auch deine Pflanzen sauber sind.
Hast du noch andere Tipps oder Tricks, um dein Gras frei von Ungeziefer zu halten? Lass es uns wissen!



